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Ein vielschichtiges und effizientes Gesundheitssystem

Gesundheitswesen Schweiz - die Akteure

Das Schweizer Gesundheitssystem zeichnet sich aus durch die geteilte Verantwortung der Kantone, des Bundes, der Berufsverbände im Gesundheitsbereich und der Krankenversicherer. All diese Akteure mit ihren unterschiedlichen Interessen bilden eine breite und solide organisatorische Basis, die dazu beiträgt, dass unser System trotz seiner Komplexität weltweit zu den besten gehört.

Das Gesundheitswesen, inklusive Medizin, Pharma und Medizintechnik, ist die wichtigste Wirtschaftsbranche in unserem Land. Sie beschäftigt rund 360’000 Personen. Ihre Gesamtausgaben beliefen sich 2011 auf über 64 Mrd. Franken, wovon ungefähr die Hälfte von den Krankenversicherern getragen wurde. Die Bedeutung der Branche ist auch an der Anzahl Akteure im Schweizer Gesundheitswesen zu erkennen, darunter:

  • 30’000 Ärzte
  • 297 Spitäler mit nahezu 175’000 Mitarbeitenden, davon 14’000 Spitalärzte
  • 1’700 Apotheken
  • über 2’400 Pflegeheime und Spitex-Organisationen mit 130’000 Stellen
  • mehrere dutzend Pharmaunternehmen, die rund 40’000 Arbeitsplätze bieten und jährlich 6 Mrd. Franken in Forschung und Entwicklung investieren
  • 61 Krankenversicherer mit 12’000 Mitarbeitenden

Gesamtverantwortung für das Gesundheitssystem tragen Bund, Kantone und Gemeinden. Die Umsetzung der Bestimmungen hingegen fällt in den Aufgabenbereich von privaten und öffentlichen Akteuren. Das Organigramm auf nebenstehender Seite zeigt die Vielzahl der Beteiligten sowie die verschiedenen Institutionen und Behörden, die das schweizerische Gesundheitssystem steuern.

Bundesrat

Der Bundesrat ist die Vollzugs- und Aufsichtsbehörde für die Anwendung der Gesetze im schweizerischen Gesundheitssystem. Seine Entscheide werden vom Eidgenössischen Departement des Innern unter der Verantwortung von Bundesrat Alain Berset koordiniert.

Kantonsregierungen

Hauptverantwortungsbereich der Kantonsregierungen sind die öffentlichen Spitäler. Die operative Umsetzung übertragen sie den Gesundheitsdirektionen. Weiter sind sie zuständig für die Tarifverhandlungen im stationären und ambulanten Spitalbereich. Sie können nötigenfalls die Zulassungen von Arztpraxen innerhalb ihres Kantons beschränken.

Schweizerische Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektoren (GDK)

Die GDK ist ein politisches Koordinationsorgan, welches die für das Gesundheitswesen zuständigen Regierungsmitglieder der Kantone vereint. Sie verfasst Empfehlungen und Stellungnahmen bei Vernehmlassungsverfahren.

Gemeinden

Sie sind zuständig für die Pflegeheime und deren Aufsicht sowie für die Organisation der Pflege zuhause (Spitex).

Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (FINMA)

Der Bundesrat hat die FINMA mit der Oberaufsicht über Banken, Privatversicherer und Krankenversicherer im Zusatzversicherungsbereich betraut.

Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV)

Das BSV ist zuständig für die Sozialversicherungen AHV und IV sowie für die internationalen Beziehungen im Sozialbereich. Es beaufsichtigt auch die berufliche Vorsorge (BVG).

Bundesamt für Gesundheit (BAG)

Das BAG ist zuständig für die Entwicklung der Gesundheitspolitik auf Bundesebene. Es fungiert als Aufsichtsbehörde für die obligatorische Krankenpflegeversicherung (OKP) und genehmigt die entsprechenden Prämien.

Swissmedic

Das Heilmittelinstitut ist die schweizerische Zulassungs- und Überwachungsbehörde für Medikamente. Auf dem Schweizer Markt dürfen nur Medikamente, die von Swissmedic zugelassen worden sind, verkauft werden.

santésuisse

Als Dachverband der grossen Mehrheit der Schweizer Krankenversicherer vertritt santésuisse die Interessen von über 60% der Grundversicherten in der Schweiz bei politischen Entscheidungsträgern und Leistungserbringern. Sie führt über ihre Tochtergesellschaften tarifsuisse ag und SASIS AG Tarifverhandlungen und erarbeitet Statistiken zur Grundversicherung.

Gesundheitswesen Schweiz

Verbindung der Schweizer Ärztinnen und Ärzte (FMH)

Der Berufsverband FMH vertritt die Mehrheit der in der Schweiz tätigen Ärzte. Er verhandelt in ihrem Namen Tarife und verleiht den FMH-Titel, was Hand in Hand mit der Qualitätskontrolle seiner Mitglieder geht. Zudem koordiniert er zahlreiche Weiterbildungsprogramme und sorgt für die Einhaltung der ethischen Grundsätze innerhalb der Ärzteschaft.

H+ Die Spitäler der Schweiz

Der Dachverband H+ ist der Interessenvertreter der meisten öffentlichen und privaten Spitäler in der Schweiz.

Andere Vereine

physioswiss, pharmaSuisse sowie zahlreiche andere Vereine setzen sich für die Interessen ihrer Mitglieder ein. Ähnlich wie santésuisse und die FMH verhandeln sie Tarife und überwachen die Qualität der Leistungen.

Interpharma – Verband der forschenden pharmazeutischen Firmen der Schweiz

Zu diesem Verband gehören 14 in der Schweiz und im Ausland ansässige Pharmaunternehmen, die zusätzlich zur Produktion Forschung betreiben.

vips

Mit 66 Mitgliedern ist die vips die grösste Vereinigung von Pharmafirmen in der Schweiz. In ihr sind Niederlassungen von ausländischen Pharmaunternehmen, Schweizer Hersteller sowie Vertriebsgesellschaften vereint. Ihr Anteil am Pharmamarkt Schweiz beträgt 70%. Sie legt den Fokus auf ein liberales, innovationsfreundliches Umfeld, in dem Forschung und der Schutz des geistigen Eigentums einen hohen Stellenwert einnehmen.

SPO Patientenschutz

Die Stiftung SPO Patientenschutz schützt und fördert die Patientenrechte. Ihr Sitz ist in Zürich mit Beratungsstellen in Bern, Olten, St. Gallen, Lausanne und Genf. Die SPO zählt 8'150 Mitglieder und vertritt die Interessen der Patienten gegenüber Leistungserbringern, öffentlichen Einrichtungen und Versicherern. Sie nutzt ihr Mitspracherecht in gesundheitspolitischen Fragen und setzt sich für patientenorientierte Lösungen ein. Es gibt weitere Vereine mit ähnlichen Zielen, beispielsweise die Fédération suisse des patients in Freiburg, der Schweizerische Verband der Versicherten ASSUAS in Genf sowie verschiedene Organisationen, die sich auf die Interessenvertretung von Patienten mit bestimmten Erkrankungen und auf Information und Prävention konzentrieren.

Rolle der Krankenversicherer

Kontrollieren, verhandeln und entwickeln

Der Krankenversicherer ist ein wichtiger Akteur im Gesundheitssystem. Er prüft und vergütet die medizinischen Rechnungen, berechnet die Prämien und zieht sie ein, führt Tarifverhandlungen mit Gesundheitsfachleuten und bietet innovative Versicherungslösungen. Krankenversicherer stehen im gegenseitigen Wettbewerb, hingegen herrscht unter den Leistungserbringern keine echte Konkurrenz, was dem PreisLeistungs-Verhältnis nicht förderlich ist. Um Kunden zu binden und neue zu gewinnen, muss ein Versicherer den bestmöglichen Service und konkurrenzfähige Prämien bieten. Medizinische Rechnungen werden deshalb genauestens geprüft und die eigenen Ausgaben möglichst reduziert. Dies wirkt sich direkt auf die Verwaltungskosten der Versicherer in Prozent der Ausgaben aus, die seit 1996 (8,2%) kontinuierlich sanken auf 5,2% im Jahr 2012. Bei den Mitgliedsversicherern der Groupe Mutuel sind diese Kosten sogar noch tiefer, sie lagen 2012 zwischen 4,5% und 5%.

Effiziente Kontrollen

Dank den Kontrollen der medizinischen Rechnungen haben die Mitgliedsversicherer der Groupe Mutuel 2012 nahezu 356 Millionen Franken eingespart, das entspricht rund 10% aller vergüteten Leistungen. Für alle Schweizer Krankenversicherer zusammen, belaufen sich die Einsparungen jährlich auf rund 2 Milliarden Franken, der doppelte Betrag ihrer Verwaltungskosten (eine Milliarde Franken).

Anreize durch Wettbewerb

Heute können Versicherte ihren Versicherer frei wählen – in einem Einheitskassensystem würde ein einziger Anbieter die Dienstleistungen vorgeben. Ausserdem ist die freie Wahl für die einzelnen Versicherer ein Ansporn, einen besseren Service zu bieten als die Konkurrenz. Dabei müssen sie auf mehrere Kriterien achten: Qualität der Dienstleistungen, wettbewerbsfähige Prämien, attraktive Versicherungsprodukte – für den Kunden nur das Beste.

Verhandlungen in einem stark regulierten Umfeld

Nicht nur mit den Rechnungskontrollen, sondern auch mit Tarifverhandlungen tragen die Krankenversicherer zur Eindämmung der Kosten bei. Doch der reglementarische Rahmen ist streng; auf den vom Staat definierten Leistungskatalog der obligatorischen Krankenpflegeversicherung beispielsweise haben sie keinen Einfluss. Zudem dürfen sie aufgrund des Vertragszwangs keinen Leistungserbringer ablehnen.

Garantierte Kostenvergütung

Das Krankenversicherungssystem der Schweiz ist solide. Es garantiert die Rückerstattung der Rechnungen seiner Versicherten unter allen Umständen und dies ohne Defizit oder direkte öffentliche Finanzierung der Krankenversicherer. Dank dem Wettbewerb sind die Konten der Krankenversicherung nach wie vor im Lot und leiden nicht unter den strukturellen Defiziten eines staatlichen Systems. In Frankreich, Italien sowie in Grossbritannien schaffen es die Regierungen nicht, die Gesundheitskosten in den Griff zu bekommen, sie verzeichnen massive Defizite.

Tarifverhandlungen: 300 Millionen Franken gespart zugunsten der Versicherten

Eine der Hauptaufgaben der Krankenversicherer sind die Verhandlungen mit den Leistungserbringern über die Tarife. tarifsuisse ag vertritt über 70% der Versicherer und ist für diese Tarifverhandlungen zuständig. Die Tochtergesellschaft von santésuisse hat 2013 rund 400 Abkommen mit Leistungserbringern getroffen, die daraufhin ihre ursprünglichen Forderungen herabgesetzt haben. Dies brachte Einsparungen von insgesamt 470 Mio. Franken, wovon

  • 302 Mio. Franken direkt den Prämienzahlern und
  • 170 Mio. Franken den Kantonen und Steuerzahlern zugutekamen.

Am deutlichsten waren die Kostensenkungen mit 340 Mio. Franken im Spitalbereich, verglichen mit 132 Mio. im Bereich ambulante medizinische Leistungen. So belaufen sich die Einsparungen für die 8 Millionen Versicherten in der Schweiz auf rund Fr. 40.– pro Person. Ohne Tarifverhandlungen wären die Prämien zusätzlich um 1,2% gestiegen. Die Versicherer tragen auf diese Weise zur Kostendämpfung und dadurch zu tieferen Prämien bei.

Artikel aus der Versichertenzeitung Login

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