Unterwegs mit Ajla Del Ponte und Lea Sprunger

27. April 2021 | Kommentar(e) |

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2021 wird ein herausforderndes Jahr für unsere beiden neuen Botschafterinnen. Lea Sprunger (31) und Ajla Del Ponte (24) befinden sich mitten im Trainingslager in Belek (Türkei) und haben hohe Erwartungen. Die Olympischen Spiele, die in diesem Sommer in Tokio stattfinden, versprechen viel Spannung. Die Athletinnen geben uns in kurzen Videos, die bald in unseren sozialen Netzwerken zu sehen sind, Ratschläge, Tipps und einige Geheimnisse ihres Erfolges bekannt. Erfahren Sie mehr darüber im Doppelinterview.

Groupe Mutuel: Ihr seid unsere beiden neuen Botschafterinnen. Was erwartet uns an eurer Seite während dieser Zusammenarbeit?

Lea Sprunger: Durch kurze Videos wollen wir einen Teil unseres Lebens als Sportler zeigen, der nicht oft zu sehen ist. Es ist ein elitäres und spezielles Umfeld, aber eigentlich kann sich jeder darin wiedererkennen. Die Idee ist auch, ein oder zwei Tipps zu geben, die wir gelernt haben und die wir in unserem täglichen Leben anwenden.

Ajla Del Ponte: Wie Lea sagt, ist man in erster Linie Mensch, bevor man Sportler ist. In meinem Fall bewegt sich mein Leben zwischen Sport und Universität. Es war interessant, die beiden Seiten zu kombinieren und so das Leben eines ganz normalen Menschen zu zeigen.

Lea Sprunger, Episode 1

Eine Familiengeschichte in Gingins

Video auf Französisch

GM: Welche Themen wolltet ihr gerne ansprechen?

Ajla: Es geht um die Mischung aus Studentin und Sportlerin, Stressmanagement und Siegermentalität. Es gibt auch eine Folge, in der einige Ernährungstipps, insbesondere für das Frühstück, besprochen werden.

Lea: Ich habe Themen gewählt, die zu mir passen und mir wichtig sind. Zum Beispiel Rituale und Möglichkeiten, sich zu erholen. Da ist die Suche nach Wohlbefinden und Gesundheit. Ich denke, dass wir als Sportler diesen Aspekt verkörpern. Wir geben Inputs, um die körperliche und geistige Gesundheit der Menschen zu verbessern, die diese Videos schauen.

GM: Laufen in all seinen Formen wird von der Groupe Mutuel gefördert. Welche Werte sind euch in diesem Zusammenhang wichtig?

Ajla: Die Prävention, daran denken wir immer, ob beim Training oder bei der Erholung. Wir müssen Verletzungen so weit wie möglich vermeiden und gleichzeitig unseren Fitnesszustand maximieren. Das Ziel ist Leistung, aber mit Rücksicht auf die Gesundheit.

Léa: Der Körper ist unser Arbeitswerkzeug. Wie Ajla schon sagte, ist die Verletzungsprävention sehr wichtig. Zwischen den einzelnen Trainingseinheiten tun wir unser Bestes, um sicherzustellen, dass unser Körper für die nächste Einheit bereit ist. Unsere Botschaft bleibt "ein gesunder Geist in einem gesunden Körper". Das wollen wir vermitteln, indem wir erklären, dass man mit kleinen Dingen seine Ziele erreichen kann.

Ajla Del Ponte, Episode 1

Athletin und Studentin

Video auf Französisch

GM: 2021 wird eine anspruchsvolle Saison. Können wir von einer natürlichen Stabübergabe zwischen euch sprechen, mit Ajlas jüngstem Europameistertitel und Leas Ankündigung, ihre sportliche Karriere im Herbst zu beenden?

Ajla: Ich versuche immer noch, sie davon zu überzeugen, nicht aufzuhören, aber es gelingt mir nicht (lacht).

Lea: Eine Übergabe? Ich sehe das nicht unbedingt so, weil wir jetzt schon seit fünf Jahren zusammen sind. Dahinter stecken die ganzen gemeinsamen Erfahrungen. Wir können von einem Wissenstransfer sprechen. Es gibt Zeiten, in denen wir fast einen Monat lang zusammenleben, es ist also eher ein Austausch als eine Übergabe.

GM: Wie hat sich eure Beziehung im Laufe der Jahre entwickelt?

Ajla: Ich persönlich habe sie immer als Vorbild gesehen. Von Anfang an, als ich der Gruppe beitrat, fühlte ich mich ihr am nächsten. Ich spürte, dass sie mir etwas geben wollte. Sie hat mich immer ermutigt und ich habe das Gleiche bei ihr gemacht. Ich konnte von ihrem Kontakt und ihrer Erfahrung profitieren, um als Sportlerin zu wachsen.

Lea: Der Altersunterschied sorgte vielleicht auch dafür, dass sie sich bei mir wohlfühlte, wie bei einer grossen Schwester, aber nicht nur das. Wir stehen uns sehr nahe und es gibt ein Band der Freundschaft, das sehr stark geworden ist, seit wir in Holland sind. Wir waren die einzigen Schweizerinnen, wir sprachen die Sprache nicht und wir wurden sogar Vertraute. Am Anfang war es fast eine aufgezwungene Erfahrung, aber daraus ist eine sehr schöne Freundschaft entstanden (lacht). Seit 2017 sind wir bei den grossen Meisterschaften oder in Lagern immer gemeinsam im Zimmer. Sobald wir im Ausland sind, leben wir zusammen. Wir sind uns aufgrund unseres ruhigen Charakters und unserer Ausbildung sehr ähnlich. Aber wir können in der Trainingsgruppe auch selbst aktiv werden.

Ajla: Ja, wir tauschen uns gerne aus und diskutieren mit der Gruppe, manchmal auch nur bei einem Brettspiel. Im Zimmer gibt's aber nicht jede Nach eine Party (lacht).

GM: Was erwartet ihr von dieser Saison und wie bereitet ihr euch darauf vor?

Ajla: Die Saison beginnt bald Anfang Mai mit den Staffel-Weltmeisterschaften. Dies ist die Zeit, in welcher der Vorbereitungsblock sehr wichtig ist. Wir werden mehrere Rennen im Ausland haben und dann Tokio, das bald ansteht. Mein Hauptziel ist es, zumindest das Halbfinale zu erreichen, weil es meine ersten Spiele sind. Aber erst einmal muss ich mich qualifizieren und mich um meine körperliche Form kümmern.

Lea: Für mich ist es ein bisschen anders, weil es meine letzte Saison ist. Es ist eine der wichtigsten in meiner Karriere – mit diesen letzten Spielen und auch dem Potenzial, eine Medaille zu gewinnen, bleibt es etwas Unglaubliches. Und da es die letzte Saison ist, möchte ich am Ende nichts bereuen. Vielleicht bin ich sogar noch fleissiger. Olympiamedaille oder nicht, ich will mit mir zufrieden sein.

GM: Welche Anekdote könnt ihr uns übereinander erzählen?

Lea: Ajla ist der Inbegriff von Freundlichkeit. Das ist sie wirklich. Sie ist ein Mädchen, das für alle das Beste will. Manchmal ist es deshalb super lustig, weil es ihr schwerfällt, eine Entscheidung über völlig alltägliche Dinge zu treffen. Wenn es um Sport oder Studium geht, kein Problem. Aber wenn es zum Beispiel um die Auswahl des Abendessens geht, ist es direkt kompliziert (lacht). Bei der Wahl hat sie Angst, mich möglicherweise zu enttäuschen. Das ist es, was ich an Ajla mag: Sie kann sich nicht zwischen "schwarz und weiss" entscheiden.

Ajla: Was mich an Lea inspiriert, ist, dass sie sehr organisiert ist. Sie weiss, was sie zu tun hat und tut es auf die Minute genau. Wenn es etwas gibt, das ich zwei Wochen aufschiebe, erinnert sie mich sogar daran. Sie kümmert sich um ihre Schuhe, sobald sie aus dem Training kommt. Ich neige eher dazu, solche Dinge aufzuschieben. In dieser Hinsicht sind wir sehr unterschiedlich. Noch eine Anekdote: Wir lieben die Serie Grace & Franky. Es geht um zwei 70-jährige Frauen, die zusammenleben, und wir hatten viel Spass dabei, die Serie gemeinsam in Holland anzuschauen.

Auf die Plätze!

  • Euer grösster sportlicher Erfolg?
    Lea: der Europameistertitel in Berlin 2018
    Ajla: der Europameisterschaftstitel in Torun in diesem Jahr
  • Das Ritual vor einem grossen Wettkampf?
    Ajla: Es ist die Wahl meiner Socken. Ich habe ein spezielles Paar mit besonderen Designs darauf.
    Lea: Ich bin weniger abergläubisch. Vor einer grossen Meisterschaft suche ich mir eine neue Halskette aus und ich gehe immer zum Friseur.
  • Euer Lieblingsort in der Schweiz?
    Lea: die Region von Morges und Nyon
    Ajla: Bignasco und Ascona
  • Eure kleine Sünde?
    Lea: Schokolade, ohne zu zögern, ich bin ein Schleckmäulchen. In dem Moment, in dem ich dieses Interview führe, liegt eine Patisserie nur 30m entfernt – es ist eine Qual. Ajla ist jedoch perfekt.
    Ajla: Überhaupt nicht. Ich verschlinge dafür in Windeseile eine Packung Chips. Manchmal tut das dem Kopf gut, aber es kommt selten vor.
  • Welcher Sportler inspiriert euch am meisten?
    Lea: Als ich jünger war, habe ich die schwedische Siebenkämpferin Carolina Kluft geliebt.
    Ajla: Ich gehöre zur Generation, die Alison Felix verehrt hat.
  • Was ist euer tägliches Motto?
    Lea: Arbeite hart in der Stille und lass den Erfolg den Lärm machen.
    Ajla: Songtexte, die mich motivieren und in eine gute Stimmung versetzen.

Autor(in)

Digital content manager

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