Freiwilligenarbeit im Unternehmen: ein Tag für andere, ein Gewinn für sich selbst
01. Oktober 2026 | Kommentar(e) |
Matthias Vauthier
Die Groupe Mutuel bietet ihren Mitarbeitenden die Möglichkeit, einen Arbeitstag der Freiwilligenarbeit zu widmen. Das Angebot ist Teil ihres betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) und ihres Nachhaltigkeitsengagements. Ziel ist es, Vereine zu unterstützen, die sich für Gesundheit, Gemeinwohl oder Umweltschutz starkmachen. Aber diese Tage sind weit mehr als gesellschaftliches Engagement: Sie stehen für Begegnungen, neue Einblicke und Momente, die nachhallen – oft lange über den Tag hinaus. Drei Mitarbeitende erzählen, wie sie einen Tag lang ein soziales, humanitäres oder ökologisches Projekt unterstützt haben, das ihnen am Herzen liegt.
Drei Mitarbeitende berichten
Allona Raoul
Allona Raoul freute sich sehr, als die Groupe Mutuel Anfang 2026 den Freiwilligentag lancierte. Sie nutzte die Gelegenheit für einen Einsatz bei der Fondation Mère Sofia in Lausanne, die vor allem für ihre Essensausgabe an armutsbetroffene Menschen bekannt ist.
Von 9 bis 17 Uhr reihte sich eine Aufgabe an die nächste: Sie half beim Kochen, servierte, machte den Abwasch und bereitet zum Schluss die Desserts zu.
Für sie entsprach dieser Einsatz einem tiefen Bedürfnis, sich nützlich zu machen: «Ich bin mir sehr bewusst, wie viel Glück ich habe, und sehe mich in der Verantwortung, im Rahmen meiner Möglichkeiten zu mehr Solidarität beizutragen.»
Am stärksten in Erinnerung geblieben sind ihr die vielen Begegnungen an diesem Tag. «Ich habe dort Menschen aus den unterschiedlichsten Lebenswelten getroffen, die alle eines gemeinsam hatten: den aufrichtigen Willen, anderen zu helfen.»
Für Allona Raoul spiegelt diese Initiative perfekt die Werte der Groupe Mutuel wider: «Sie übersetzt die Werte und die Kultur des Unternehmens in konkretes Handeln.» Und ihr Schlusswort ist ein einfacher Appell: «Trauen Sie sich, ein wenig von Ihrer Zeit zu verschenken. Sie nehmen dabei wahrscheinlich weit mehr mit, als Sie geben.»
Paul Rabaglia
Paul Rabaglia unterstützte eine Aktion des Lions Club zugunsten der Maison Azur in Sitten: Er half mit, einen Tag der offenen Tür zu organisieren, an dem sich die Palliativpflege-Einrichtung der Öffentlichkeit vorstellte und Spenden für ihre Arbeit sammelte.
An diesem Tag empfing er die Besucherinnen und Besucher, die das Haus und seine Aufgaben kennenlernen wollten. Am meisten geprägt haben ihn aber die Gespräche mit den Patientinnen und Patienten sowie den Fachpersonen: «Ich habe entdeckt, dass ein Haus für Palliativpflege ein Ort voller Leben sein kann.»
Durch den Einsatz konnte er etwas Abstand vom Berufsalltag gewinnen – und zugleich neue Kontakte knüpfen und sein Netzwerk erweitern. Und was bleibt ihm vor allem in Erinnerung? Das ausserordentliche Engagement der Menschen, die das Haus mit Leben füllen: «Leidenschaft, unglaublich viel Herzblut und stets die Suche nach Lösungen, statt Probleme zu managen.»
Für ihn ist der Freiwilligentag eine wertvolle Auszeit im Jahr: «Einmal etwas anderes machen, andere Tätigkeiten erleben, die Dinge relativieren. Man geht hin, um zu helfen – und oft bedankt man sich beim Abschied, weil man mehr bekommen als gegeben hat.»
Ksenia Tugay
Ksenia Tugay engagiert sich stark in ihrer Wohngemeinde Le Mont-sur-Lausanne. Für ihren Freiwilligentag entschied sie sich für den Verein Mont Solidaire, der soziale Kontakte und den Austausch zwischen den Generationen fördert. Sie schloss sich einem Team an, das Gemeinschaftsessen für ältere Menschen aus der Region organisiert.
Auf dem Programm standen Kochen, Service, Tischdekoration und Aufräumen – in geselliger Atmosphäre, Seite an Seite mit ganz unterschiedlichen Freiwilligen. «Dieses Miteinander war ein wirklich unglaubliches Erlebnis.»
Die Erfahrung hat sie in einer Überzeugung bestärkt, die ihr besonders am Herzen liegt: Soziale Kontakte sind wichtig, um gesund alt zu werden. Beeindruckt hat sie auch der Einsatz der Freiwilligen, die solche Anlässe jeden Monat mit Begeisterung und Kreativität auf die Beine stellen – trotz begrenzter Mittel.
Für sie ist der Freiwilligentag eine Gelegenheit, die man sich nicht entgehen lassen sollte: «Es ist eine seltene Chance, sich für ein Herzensanliegen einsetzen zu können, ohne dafür freinehmen zu müssen.»